Erfahrungsbericht: Trainer C/B Lehrgang 2016 im OWTS

09.12.16 von Nicolas Bitsch

7 angehende C, und 2 angehende B-Trainerinnen stellten sich der Herausforderung der insgesamt 10 Teilprüfungen, die uns in verschiedensten Schwerpunkten rund ums Westernreiten auf Herz und Nieren testen sollten. Dabei brachten alle Teilnehmerinnen unterschiedlichste Erfahrungen, Voraussetzungen, Stärken und Schwächen mit.





Zu Beginn des ersten Kursblockes starteten wir ohne Vorbereitung direkt mit dem Unterrichten. Dabei mussten die Teilnehmerinnen erst mal feststellen, dass zum guten Unterrichten von drei Reitschülern gleichzeitig nicht nur reiterliche Fachkenntnisse und Multitasking erforderlich sind. Der Aufbau der Unterrichtstunde und die Einteilung der Halle sollten gut überlegt sein - so wollen doch alle Reitschüler gleichzeitig gut betreut und nicht unter- oder überfordert werden. Die gewählten Übungen sollen Schwachstellen der Reiter/Pferd-Paare zu Tage bringen und ermöglichen diese entsprechend der Reitlehre verbessern. Klingt logisch. Doch dies in die Tat umzusetzen erfordert nicht nur ein Erkennen und Analysieren von Bewegungen des Reiters und des Pferdes. Auch die verständliche und korrekte Anleitung zur Verbesserung der Bewegungen und Hilfengebung des Reitschülers ist dabei elementar.

Nach dieser Erkenntnis schwand bei einigen Teilnehmerinnen die anfängliche Euphorie und die ersten Anzeichen von Prüfungsangst machten sich bereits am zweiten Kurstag breit. War einem schnell klar, dass man mehr zu tun hatte, als man in der kurzen Zeit alles erlernen konnte. Die Nachricht, dass Frau Susanne Haug persönlich die Prüfung richten würde, trug dazu ihren Teil bei und die Prüfungsangst stieg weiter.

Doch die Kursleiter Oliver Wehnes und Markus Bächle taten ihr Bestes, uns bestmöglich auf die bevorstehende Prüfung vorzubereiten und das Maximum aus den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmerinnen und ihrer Pferde rauszuholen.

Während Markus uns die richtige Methodik und Didaktik eines sinnvollen Reitunterrichts in Theorie und Praxis beibrachte, war Oliver mit der Verbesserung und dem Feinschliff der reiterlichen Fähigkeiten betraut. So wurde bis in die späten Abendstunden geritten, über sinnvolle Übungsaufbauten diskutiert und Pferde und Reiter analysiert. Dabei konnten wir alle von den Profitipps von Oliver zum richtigen Trail Training oder dem Reiten eines Horsemanship-Patterns profitieren. Manch eine Teilnehmerin nutzte zudem die Gelegenheit mit Oliver an der allgemeinen Rittigkeit und Durchlässigkeit ihres Pferdes zu arbeiten, der mit einer unendlichen Geduld und Mühe jeden Reiter individuell abholte.

Nach dem ersten Kursblock wurden wir mit einem Rucksack voller Aufgaben heim geschickt. Manch eine musste mit ihrem Pferd am Trail arbeiten, andere an den Übergängen. Die nächste hatte Sorgen neben Kind und Beruf überhaupt zum Lernen für die schriftliche und mündliche Prüfung Zeit zu finden. Doch damit nicht genug - bis zum zweiten Kursblock mussten wir zum gewählten Thema unserer praktischen Unterrichtseinheit die zugehörige Lehrprobe schreiben. Hier stand Markus jederzeit telefonisch für Fragen zur Verfügung, und half jeder einzelnen Teilnehmerin zu vermitteln, was in eine solche Lehrprobe rein gehört. Ein Dank an dieser Stelle auch an Vanessa Straub, die manch einer Mitstreiterin mit Rat und Tat zur Seite stand und so manches Word-Problem lösen konnte.

Im zweiten Kursblock war die Anspannung dann deutlich zu spüren. Jeder hatte eigene Probleme zu bewältigen, sei es das Fertigstellen der Lehrprobe, der Kampf gegen eine störende Erkältung, Sorgen um die richtige Berittmachung oder das verletzte Pferd, oder einfach körperliche und mentale Erschöpfung. Doch dank Kerstin Wehnes, die gleich doppelt als aktive Teilnehmerin und Organisatorin eingespannt war, konnten Pferdeprobleme gelöst und der Teamgeist  geweckt werden. So motivierten wir uns immer wieder gegenseitig, halfen bei Problemen oder bildeten Lerngruppen. Zudem standen Mechtild Schweizer, Regina Reuther und Nathalie Heyde vom OWTS-Team ständig mit Unterstützung zur Seite, sei es mit passenden Ersatz-Pferden, der Essensorganisation oder Hilfe rund um die Versorgung der Gast-Pferde und ihrer Besitzer.

Am Prüfungstag selbst herrschte dann eine ganz eigene Stimmung - Vorfreude auf das Ende dieser anstrengenden vier Wochen mischten sich mit der Aufregung vor den einzelnen Prüfungsteilen.  Doch das dreiköpfige Richterteam um Susanne und Antonia Haug und Margarete Gödel - FN-Richterin nahmen uns mit einer freundlichen Begrüßung gleich zu Beginn des Prüfungstags die ersten Hemmnisse und motivierten uns alle das zu zeigen, was wir gelernt haben und in uns steckt. Begonnen wurde mit den praktischen Reitprüfungen Horsemanship und Trail. Dann mussten wir im Gelände-Teil das Reiten in der Abteilung unter Beweis stellen. Hier herrschte kurze Aufregung und Verunsicherung, als einige Pferde die Anspannung der Reiter übernahmen und unruhig wurden. Doch wer mag es Ihnen übel nehmen - haben Sie doch allen Grund nach dieser langen Zeit nervlich und körperlich stark beansprucht zu sein.

Nach den Reitprüfungen konnten sich alle bei einem ausgiebigen Mittagessen im Reiterstübchen erholen, und die Anspannung sank langsam ab. Die Pferde hatten Zeit in Ruhe zu fressen und die Teilnehmerinnen schauten noch einmal hastig ihre Unterlagen durch, bevor wir in drei Gruppen rollierend zur mündlichen Prüfung gerufen wurden. Hierbei befragten uns die Richterinnen zu verschiedensten Themen, wie beispielsweise Fütterung und Haltung, Aufbau der EWU und Inhalte der APO, Trainingslehre von Mensch und Pferd oder Inhalten unserer Lehrproben.

Anschließend hieß es wieder zurück auf die Pferde, der letzte und wichtigste Teil der Prüfung - das Praktische Unterrichten stand an. Ich bin mir nicht sicher, wer hier aufgeregter war - Markus und Oliver oder wir Teilnehmerinnen.

Zu später Stunde versammelten wir uns dann alle müde und erschöpft vom langen Tag im Reiterstübchen zur Mitteilung unsere Prüfungsergebnisse durch das Richtertrio. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Kerstin Wehnes, Angelika Domig, Vanessa Straub, Katja Saumer, Simone Josten und Dorothee Dahm  zur bestandenen Prüfung zum Trainer C-Westernreiten und Susanne Tröster zum Trainer B-Westernreiten.

Zum Schluss im Namen aller Teilnehmerinnen nochmal herzlichen Dank an Kerstin und Oliver Wehnes, Markus Bächle und alle Mitwirkenden aus dem OWTS-Team, die mit Unterstützung und Rücksichtnahme den Kurs zu dem gemacht haben, was ihn ausgezeichnet hat: Zielgerichtet, erfolgsorientiert, menschlich, pferdegerecht, individuell und zu guter Letzt erfolgreich! Zudem ein großes Dankeschön an das Richterteam um Susanne Haug für den erfolgreichen und fairen Prüfungstag.

 

 

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