RHEINPFALZ: "Sparschwein für Pony geopfert"

04.04.12 von Nicolas Bitsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 04.04.2012 erschien folgender Artikel über Oliver Wehnes in der RHEINPFALZ:

 

KANDEL: Zwischen dem Deutschen Meister im Westernreiten Oliver Wehnes und den Pferden war es nicht „Liebe auf den ersten Blick“. Erst ein unberittenes Pferd konnte ihn nachhaltig beeindrucken. Heute gehört er zu den Betreibern des Pferdeparks im Industriegebiet Horst.

 

„Als ich elf war hat meine Mutter mit klassischem Reitsport begonnen. Da war ich ein-, zweimal dabei, das hat mir überhaupt nicht gefallen", erklärt Oliver Wehnes. Erst als seine Eltern sich eigene Pferde, eines davon noch nicht beritten, kauften und damit zu einem Westerntrainer gingen, wurde sein Interesse geweckt. „Wie leicht die Pferde zu reiten waren und das Ambiente haben mich richtig beeindruckt.“

 

Anfang der Achtziger gab es nur fünf oder sechs Trainer für diese Variation des Pferdesports. Von Heidelberg, woher Wehnes stammt, musste die Familie nach Wuppertal fahren. Das Pferd der Mutter war dort sechs Monate und habe sich dort „sehr wohl gefühlt“. Richtige Turnierluft schnupperte er zum ersten Mal 1982. Im selben Jahr besuchte er die Europameisterschaft in Aachen: „Als ich da zugeschaut habe, dachte ich: ,Da will ich antreten.‘“

 

Von seinem Ersparten kaufte er sich ein Pony und fing an, es zu trainieren. 1984 fand im heimischen Pferdeverein ein Reitturnier statt. Seine Eltern hatten es organisiert. Mit 13 Jahren qualifizierte er sich erstmals zur Europameisterschaft. Er lief jedoch nur mit und war dort „nicht so erfolgreich“, wie er sagt. 1987 gewann er seinen ersten Jugendmeisterschaftstitel und feierte in den darauf folgenden Jahren erste große Erfolge.

Wehnes schloss eine Ausbildung zum Industriekaufmann ab und arbeitete eineinhalb Jahre in diesem Beruf. Westernreitpferde trainierte er nebenbei. 1992 machte er aber seinen Nebenverdienst zum Lebensmittelpunkt: Er wurde Trainer für Westernreiten.

 

In dieser Zeit war Wehnes bald auch bei Turnieren von Erwachsenen die Nummer eins. 1999 wurde er zum ersten Mal deutscher Meister in drei Disziplinen. Sein Hof war inzwischen gewachsen, jedoch konnte er aufgrund von Platzmangel keine Reithalle dazu bauen. Dies sei „sehr schwierig im Winter“, da immer eine Halle gepachtet werden musste.

 

2001 eröffnete sich jedoch die Möglichkeit, in Minderslachen einen Pferdehof zu übernehmen. Zusammen mit seiner Frau Kerstin und dem Ehepaar Mechtild und Reinhold Schweizer übernahm er den Pferdepark im Industriegebiet Horst. 50 Pferde befinden sich derzeit im Hof. 15 davon reitet Wehnes selbst. 2011 wurde Wehnes wieder Deutscher Meister im Reining mit seinem American Quarterhorse „Lil Ruf Bandit“. Wehnes engagiert sich auch bei Jungpferdeprüfungen und hat schon einige gewonnen. Von sechs Prüfungen hat er im vergangenen Jahr drei 2010 sogar vier gewonnen.

 

Für die nächsten Jahre sind keine großen Sprünge geplant: „Wir versuchen, so weiter zu machen.“

 

(Artikel von Steffen Arnold)

 

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